transformation | 27|02|15 – 30|04|15

GAMelle – „Ente gut alles gut“, 2013, Entenfüsse in Holzkiste
GAMelle – „Ente gut alles gut“, 2013, Entenfüsse in Holzkiste (12 x 37.5 x 12 cm). Foto: Mike Niederhauser

GAMelle – Objekte und Installationen

Vernissage | 26|02|15  18 – 20 Uhr
Künstlergespräch | 23|04|15 19 Uhr. Moderation: Michael Sutter

Wenn man das Atelier von GAMelle besucht, trifft man auf allerlei Gefundenes und Gesammeltes wie Holzkästen, alte Schlüssel, Holzräder, Schleifsteine, Badewannen, Metallstützen, Transmissionsräder, Glasflaschen, Werbeschilder, Metallketten, gepresste Ölfässer und vieles mehr. Es handelt sich um ein umfangreiches Sammelsurium an Gegenständen aus einer vergangenen Zeit, die der Künstler vor der Zerstörung gerettet hat und nun die Grundlage für seine Objektkunst und Installationen bilden.

Die Ausstellung transformation in der zone contemporaine gibt einen intimen und ausgesuchten Einblick in das umfassende Œuvre des Berner Künstlers GAMelle, der aus gewöhnlichen und alltäglichen Materialien Kunstwerke entstehen lässt.

Das Hauptwerk der Ausstellung ist eine Installation, die einen antiken Blasebalg mit einer acht Fuss grossen Orgelpfeife kombiniert. Der aus Holz, Leder und Metall hergestellte Blasebalg mit einer stattlichen Dimension von 260cm x 150cm x 140cm schwebt im Ausstellungsraum, während sein Mundstück mit der freistehenden Orgelpfeife verbunden ist. Das sakrale Symbol der Orgelpfeife wird mit dem profanen Stück Zeitgeschichte – der Blasebalg wurde aus einer ehemaligen Schmiede abtransportiert – in Betrieb genommen und lässt durch die manuelle Betätigung einen tiefen C-Ton erklingen.

Ebenfalls in der Ausstellung vorhanden sind dreizehn Erinnerungsboxen aus Holz, die GAMelle mit gesammelten Gegenständen gefüllt und neu arrangiert hat. In ihrem zweiten Dasein als Kunstwerke bilden die vergessenen und liegengebliebenen Gegenstände eine Bogen zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Die erstaunliche, inhaltliche Vielfalt lässt den Betrachter in seine eigene Welt eintauchen und einen Dialog zwischen dem Visuellen und dem Narrativen aufnehmen. Mit dieser Ausstellung lebt die zone contemporaine die Idee der Arte povera (ital. arme Kunst) aus den späten 1960er Jahren wieder auf.