Melancholia | 19|06|14 – 26|09|14

Dimitris Tzamouranis – Melancholia, 2012
Dimitris Tzamouranis – Melancholia, 2012, (Polyptychon, Öl auf Holz, 630 x 310 cm). Foto: Jens Kunath

Dimitris Tzamouranis

Mit dem Werk Melancholia zeigt die zone contemporaine eines der Hauptwerke des griechischen Malers Dimitris Tzamouranis. Geboren 1967 in Kalamata, setzte er sich früh mit der Ölmalerei auseinander. Bereits sein Grossvater und sein Vater waren Kirchen- und Freskomaler; als Kind assistierte er seinem Vater bei der Arbeit in den Kirchen von Griechenland. Es überrascht deshalb nicht, dass Tzamouranis aus dieser Tradition heraus seinen Weg zur figurativen Ölmalerei gefunden hat.

Das moderne und klappbare Flügelbild (Polyptychon) entstand im Jahre 2012 und zeigt eine Reihe von Bildmotiven, die emotionale Zustände wie Liebe, Sehnsucht, Hoffnung, Schmerz, Angst und Schwermut thematisieren. In der Kunst ist die Melancholie ein altbekanntes Thema, mit dem sich Künstler seit der Antike immer wieder befasst haben, so beispielsweise Albrecht Dürer in seinem Werk Melencolia I. Für Aristoteles war die natürliche Melancholie verantwortlich für hervorragende geistige Fähigkeiten, im Mittelalter hingegen bezeichnete sie einen Zustand der Schwermut oder sogar der Trägheit.

Bei Tzamouranis steht die Endlichkeit der Dinge - Leben, Vergänglichkeit und Tod im Mittelpunkt. Die Aussentafeln zeigen rechts oben eine Frau und einen Mann in ihrer Nacktheit, mit einem Baum im zentralen  Bildhintergrund. Dieses Motiv verweist auf Adam und Eva. Daneben wird links mittels der Darstellung von einem Skelett auf einer Frau der Totentanz, ein weiteres traditionelles Bildmotiv der Kunstgeschichte aufgegriffen. Mit der Gegenüberstellung einer Vollmond- und Neumondlandschaftsszene befassen sich auch die unteren Tafeln der Aussenflügel mit der Vergänglichkeit. In der inneren Mitteltafel, dort wo man bei einem Altar eher eine Kreuzigungs-, eine Grablegungs- oder eine Weltgerichtsszene erwarten würde, blickt man auf eine Ruhestunde im Zimmer einer Wohngemeinschaft. Es sind keine biblischen Gestalten, sondern sieben Menschen aus Fleisch und Blut in einem Wachschlaf. Sie umarmen sich und verdeutlichen die Gemeinschaft, im Gegensatz zu den beiden einzelnen Personen, die in den inneren Flügeltafeln alleine dargestellt sind. Die unteren Bilder zeigen Menschen  mit einer Neigung zu einem melancholischen Verhalten; sie sind in Gedanken versunken oder in einer geistigen Anspannung.  

Tzamouranis verwendet beim Altar klassische und zeitgenössische Bildmotive, und erzeugt dadurch eine mystisch verschwommene Mischung aus Realem und Imaginärem.

Die zone contemporaine dankt der Galerie Haas für die gute Zusammenarbeit und die Möglichkeit, den Melancholia Altar präsentieren zu können. www.galeriehaasag.ch