KEIN SCHRITT ZURÜCK 15|04|16 – 01|07|16

zone contemporaine - Madeleine Dietz
«Tresor Januar Nr. 25», 2005, Stahl, getrocknete Erdstücke
(90 x 100 x 10 cm). Foto: Dietz.

Madeleine Dietz - Skulptur

Erde und Stahl sind die Materialien, mit welchen die Künstlerin Madeleine Dietz in den letzten Jahren zahlreiche fundamental-raumgreifende Skulpturen und Rauminstallationen geschaffen hat. In der Ausstellung kein schritt zurück gibt die zone contemporaine erstmals in Bern einen Einblick in Dietz’ vielfältiges Schaffen der letzten Jahre. Die Werkauswahl umfasst dabei sowohl frei im Raum stehende und zu umschreitende Werke, darunter die Sequenz I, als auch Wandarbeiten wie den Tresor Januar Nr. 25.

Die Erde gehört zu den beständigsten und existenziellsten natürlichen Elementen die uns umgeben. Sie ist lebensspendend und zugleich nimmt sie Leben wieder in sich auf. Auch das Eisenerz des Stahls stammt aus der Erde, doch handelt es sich hier ebenso um ein von Menschenhand künstlich geformtes und geschaffenes Material. Während die Erde ursprünglich also den Stahl in seinen Grundelementen umfasst, ist es in den Arbeiten wie dem Tresor Januar Nr. 25 von Madeleine Dietz gerade anders rum. Der gewalzte und gewachste Stahl schliesst die zu Schollen geformte Erde ein, ohne sie jedoch komplett in sich aufzunehmen oder zu verdecken, der Blick auf beide Materialien bleibt als essentielles Charakteristikum der Arbeiten erhalten. 

Dietz’ Arbeiten sind geprägt von Polaritäten, die jedoch gleichzeitig auch die enge Verbunden- und Verflochtenheit der beiden Elemente offenbaren. Der grau-blaue, glatte, kalte und harte Stahl, umfasst die braune, raue, warme und dürr-fragile Erde; Erde die letzten Endes den Stahl jedoch wieder in sich aufnehmen wird. Obgleich von der Künstlerin getrocknet, geformt und in diesem verarbeiteten Status vermeintlich ohne Leben, gehört das organische Urmaterial zum wertvollsten der menschlichen Besitze, was oftmals auch durch die Titel der Werke akzentuiert wird. Ob diese Tresore jedoch nun zu öffnen oder zu schliessen sind und ob die Erde sie komplett oder nur partiell ausfüllt, bleibt der Imagination des Betrachters der Werke in der zone contemporaine überlassen.