cmp one – graffiti to the left, graffiti to the right |28|04|17 – |31|08|17

Ausstellungsansicht graffiti to the left, graffiti to the right. Foto: croci & du fresne

Die verschwommene Silhouette einer Grossstadt in der Ferne, davor, klar umrissen, eine Häuserzeile und ein alter Zug, der auf die entfernt liegende Stadt zuzufahren scheint. Neben den Schienen steht ein junger Mann, den Kopf leicht gesenkt und das Gesicht von einem Cap halb verdeckt mit einem grossen Ghettoblaster auf dem Boden zu seiner Linken. Wie aus einer anderen Zeit scheint diese Szenerie, die so oder in ähnlicher Weise seit Jahren das Hauptmotiv des Schaffens des dänischen Künstlers cmp one bildet. Dabei handelt es sich bei diesen Werken nicht um imaginierte Fantasiekonstrukte des Künstlers, sondern um Bilder der Erinnerung an eine in der Tat vergangene Zeit, eine Zeit noch vor Smartphone und Internet.

cmp one begann seine künstlerische Karriere Mitte der 1980er Jahre als Graffiti-Writer und war als solcher insbesondere in den 1990er Jahren international unterwegs, so etwa in Sydney, München und New York. Die damalige, vor allen Dingen aus den USA stammende, Hip-Hop- und Graffiti-Kultur, hat nicht nur seine Neugierde geweckt, sondern, wie er selbst sagt, sein Leben verändert und auf zahlreiche Art und Weise positiv beeinflusst. New York als eine Graffiti-Urstadt sticht dabei als besonders prägend für den Künstler heraus. Neben der zeitweiligen Arbeit als Cartoonist für Zeitungen oder für das GetDown-Programm zur Hip-Hop und Graffiti-Bewegung, zollt er in seinen Bildern nun schon seit über 20 Jahren Respekt an die für ihn magische Zeit, welche ihn nachhaltig geprägt hat.

Die Spraydose von früher tauscht er heute für die meisten Arbeiten gegen Acrylfarbe und ebenso gegen Marker, die jedoch nicht minder typisch für die Graffiti-Kultur sind – begonnen hatte schliesslich einst alles mit Markern. Obgleich Marker heute in beinahe allen denkbaren Farben existieren, sind die Werke von cmp one oft in Schwarz-Weiss oder dezenteren Braun- und Gelbtönen gehalten. Die reduzierte Farbpalette lässt die Werke jedoch umso eindrücklicher erscheinen und unterstreicht ihren Charakter als Bilder aus einer anderen Zeit.

Die zone contemporaine freut sich sehr, nicht nur neuste Werke auf Papier von cmp one, sondern ebenso ein neues, monumentales Werk an der grossen Ausstellungswand präsentieren zu können.

Vernissage|27|04|17  19 Uhr