Mirko Reisser (DAIM) – die welt ist nichtlinear |01|12|16 – |12|01|17

Mirko Reisser. Foto: Mike Niederhauser

Nachdem Mirko Reisser (DAIM) 2014 das erste Mal in der Geschichte der zone contemporaine ein monumentales Werk direkt an die grossflächige Ausstellungswand gesprüht hat, zeigt er aktuell neue Arbeiten in der Ausstellung DAIM – die welt ist nichtlinear. Im Rahmen der Vorbereitung für die Ausstellung hat Mirko Reisser sein Atelier vor Ort eingerichtet. Zum ersten Mal entstanden Arbeiten, die auf Alu-Wabenplatten gesprüht sowie gerahmt sind und die zufallsbestimmte Elemente, namentlich Farbspritzer, enthalten. Gegenüber dem grossformatigen Einzelwerk von 2014 ist in den neuen Arbeiten nicht nur die Farbpalette, sondern auch die Formensprache nochmals erweitert worden. Reissers Künstlername DAIM, unter dem er seit 1991 sprüht, ist auch in diesen Werken ein prägendes Charakteristikum, jedoch scheinen die vier Buchstaben, der Namenszug, nun weniger mit dem Werk gleichgesetzt werden zu können. Denn das Spiel mit der Konstruktionen und Dekonstruktion der Buchstaben, deren Figuration und Abstraktion, den Formen und Farben, scheint in den neuen Arbeiten noch stärker auf die Spitze getrieben, die lesbare Wiedergabe der Buchstaben zusätzlich erschwert. Dennoch, wer sich mit den Werken eingehender auseinandersetzt, wird die Arbeiten nicht nur im wortwörtlichen Sinne lesen können, sondern auch die Parallelen zur monumentalen Wandarbeit von 2014 sehen. So etwa das Spiel mit den Dimensionen in den Kunstwerken, welches auch im Titel der Ausstellung anklingt, bezeichnet die Nichtlinearität in der Mathematik doch das Zwei- oder Mehrdimensionale. Es lässt sich erkennen, dass Reissers einzigartiger Style nicht durch eine fixe Linie bestimmt wird. Schon eher drängt sich das Bild einer Grenze auf, die stetig getestet, erweitert sowie auch überschritten werden kann, oder vielleicht jenes von einem Charakter, der sich entwickelt und im Laufe eines Lebens ändern kann, der jedoch stets zur selben Person gehört. Vielleicht passt es hierzu ganz gut, dass Mirko Reisser seine Buchstaben auch als Selbstporträts sieht.

Zu den beiden Ausstellungen von Mirko Reisser in der zone contemporaine erscheint ein Katalog. Finissage |12|01|17  19 Uhr